Das dritte Wort vom Kreuz: „Siehe, deine Mutter!“ (Joh 19, 26)
a) Reflexion über das Wort Gottes
„Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter … Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.“ (Joh 19, 25-27)
„Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter …“ Sie sieht Ihn gekreuzigt, gefoltert, mit Spuren von Wunden am ganzen Körper. Die Dornenkrone auf seinem Kopf verursacht Ihm entsetzliche Schmerzen. Der ganze Kopf wird von scharfen Dornen durchbohrt, die sich in die Kopfhaut bohren und schmerzhafte Blutungen verursachen. Sie sah Ihn beim Tragen des Kreuzes mehrmals aufs Gesicht fallen und wie stark seine Knie von den Stürzen auf dem Kreuzweg abgeschürft waren. Als sie Ihn dort traf, war es nur für einen kurzen Augenblick. Und jetzt steht sie unter dem Kreuz. Jesus sah sie wieder. Er sieht sie an… Maria steht hier in vollkommener geistiger Einheit, gekreuzigt mit Ihm. Neben ihr steht der Jünger Johannes. Als Jesus ihn sah, sagte Er zu seiner Mutter: „Frau, siehe, dein Sohn!“. Der Jünger versteht immer noch nicht vollständig, wie tief das Geheimnis seiner Wiedergeburt verwirklicht wird. Er schaut auf Jesus, für den er alles aufgegeben hat. Und das Wort Jesu berührt ihn bis ins Innerste seines Herzens. Hier, in seinem Herzen, nimmt er geistig die Mutter Jesu an, die nun auch seine Mutter geworden ist.
Der sterbende Jesus spricht seine Mutter mit dem Wort „Frau“ an. Warum? Denn sie ist die Frau, von der Gott im Garten Eden zur Schlange sagte: „Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen.“ (Gen 3, 15).
Das Testament Jesu bezieht sich nur auf den, der ein Jünger ist. Der Jünger ist derjenige, der alles, was er hat, für Jesus aufgegeben hat. „Wer nicht absagt allem, was er hat, kann nicht mein Jünger sein.“ (Lk 14, 33). Ein Jünger Christi zu sein, bedeutet nicht alle materiellen Dinge, sozialen Pflichten und Verpflichtungen loszuwerden. Es bedeutet, Jesus in unserem Leben an die erste Stelle zu setzen und unsere Beziehungen zu Menschen und Dingen Seinem Willen unterzuordnen. Der Jünger unter dem Kreuz erfüllte den letzten Willen Jesu – er empfing Maria als seine Mutter.
In diesem Moment erfüllt sich die Verheißung: „Ich werde euch ein neues Herz geben“ (Hes 36, 26). Maria ist dieses neue Herz, das Gott selbst gegeben hat. Der himmlische Vater führt diese geistige Transplantation durch. Durch den Propheten Hesekiel gab Er uns sein Wort: „Ich werde euch ein neues Herz geben“ (Hes 36, 26). Und durch Seinen Sohn wird diese Verheißung in der Stunde seines Erlösungstodes erfüllt. Dieser Moment hat den Charakter eines Bundes zwischen Gott und dem Jünger, der unter dem Kreuz steht und im Glauben die Mutter Jesu in sich aufnimmt (griechisch: εἰς τὰ ἴδια).
Das neue Herz hat zwei Eigenschaften: radikale Opposition gegen Satan und vollkommene Abhängigkeit von Gott. Das neue Herz ist ein neues geistiges Zentrum. Auch wir müssen dieses Herz durch den Glauben empfangen. Dieses neue Herz ist die neue Frau, die neue Eva, die Mutter Jesu, die auch unsere Mutter ist.
b) Rezitation des Wortes Gottes (5 Minuten): Ich erkenne meine Verbindung mit Jesus durch einen Lichtstrahl, der aus den Augen Jesu in meine Augen fällt. Wir alle wiederholen: „Jesus sagte zu dem Jünger, und jetzt sagt Er auch zu mir: Siehe, deine Mutter.“
c) Gebet mit dem Wort Gottes (5 Minuten): Wir sagen mit Glauben: „Je-ho-schu-aa-aa-aa [*]“, und einer von uns fügt hinzu: „Jetzt und hier empfange ich deine Mutter.“
d) Gebet des Herzens (5 Minuten): Wir rufen: „Je-ho-schu-aa-aa-aa“. Gott selbst macht jetzt die geistige Transplantation. Er gibt mir ein neues Herz. Ich empfange es im
[*] Wie kann man den Namen Gottes mit lebendigem Glauben anrufen? Sprechen Sie beim Ausatmen die Silbe „Je“ aus und erkennen Sie die Gegenwart von Gott dem Vater; beim zweiten Ausatmen sprechen Sie die Silbe „ho“ aus und erkennen Sie die Gegenwart Gottes des Sohnes; beim dritten „schu“ – erkennen Sie die Gegenwart Gottes, des Heiligen Geistes. Atmen Sie schließlich „aaa“ aus, ohne einen Ton zu erzeugen. Atmen Sie dann nach dem Einatmen wieder „aaa“ aus. Und dann versuchen Sie, die gegebene Wahrheit beim dritten Mal persönlich zu erfahren.
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